Benefizkonzert vor begeistertem Publikum in Obersdorf

Die Idee war beim ersten Info-Abend Mitte März entstanden. Eva Hödl, die Leiterin des Ebener-Chors, und Hans-Peter Arzberger, ein Theatermacher aus Wolkersdorf, packten an und stellten in zwei Monaten ein feines Programm zusammen, welches von 240 BesucherInnen im fast überfüllten Kultursaal sehr beklatscht wurde.

Arzberger schaffte mit seinem Kabarett so ernsten Themen wie Flucht oder Krieg kabarettistische Elemente zu entlocken und dennoch den Bogen zum existentiellen Aspekt nicht zu verlieren.

Der Ebner-Chor präsentierte etliche Lieder aus einem Konzertprogramm aus 2020, welches wegen Corona bisher noch nicht aufgeführt werden konnte. Die kürzlich gegründete siebenköpfige Band Bonboniere zeigte auf, in wie vielen musikalischen Genres sie zu Hause ist.

Besonderen Applaus erhielten zwei junge Ukrainerinnen für ihre Solo-Auftritte. Aleksandra Horban musste wegen des Kriegs die Gesangsausbildung an der Oper in Kiew abrechen und Anastasiia Anzhelika Muliar singt seit der Flucht beim Ebner-Chor in Obersdorf mit.

Für das Buffet trugen die Ukrainerinnen Torten und Kuchen bei und Winzermeister Dirnwöber spendete den Reingewinn vom Getränkeverkauf.

Schließlich freut sich der Verein über 4.690 Euro an Spenden für die Geflüchteten in der Region Wolkersdorf.

Begrüßungsworte Benefizkonzert

(Auszug aus der Rede von Rudolf Rögner, 26.05.2022)

Entsetzen, Empörung, Mitleid, Ratlosigkeit. So geht es uns mit dem Krieg in der Ukraine. Viele mussten deshalb von zu Hause weg, viele wollten in Sicherheit und fuhren in ein anderes Land. Über 50 von ihnen sind hier bei uns in der Großgemeinde Wolkersdorf angekommen. Wir heißen Sie herzlich willkommen. Wir wollen ihnen Sicherheit geben, eine Pause verschaffen, sie sollen durchatmen können. Und sie sollen eine Perspektive haben, wenn sie bleiben wollen.

Dafür sind wir hier zusammengekommen:
Herzlich willkommen! Schön, dass ihr da seid! Ich möchte einige Gruppen hervorheben und besonders begrüßen, die sich um die Geflüchteten oder Vertriebenen gekümmert haben.
Die QuartiergeberInnen, die Wohnungs- und HausvermieterInnen: Sie haben sich von heute auf morgen zur Vermietung entschlossen, ihr Quartier bezugsfertig gemacht und sie helfen den neuen MieterInnen auch im Alltag.
Die MitarbeiterInnen im Rathaus und der Bürgermeister: Mit Engagement ebnen sie die bürokratischen Hürden.
Die Lehrkräfte in der Volks- und Mittelschule und im Gym: Sie beweisen Flexibilität und Improvisationstalent.
Die DeutschlehrerInnen: sie helfen bei einer ganz wichtigen Voraussetzung für alle, die bleiben wollen.
Den UkrainierInnen, die schon viele Jahre hier leben und sich zusätzlich zu ihrer beruflichen Arbeit und Familie plötzlich um die neu angekommenen Landsleute kümmern.
Die SpenderInnen: Ob Fahrräder, Kleidung, Matratzen oder Möbel …
Die anderen HelferInnen: sie haben Ausflüge organisiert, bei Arztbesuchen begleitet, Behördentermine gecheckt, Infos zusammengesucht, Wohnungen eingerichtet.
Wir hatten schon einmal ein Benefizkonzert in diesem Saal für Geflüchtete. Es war im Februar 2016. Einige Geflüchtete, die damals zugehört haben oder auf der Bühne standen, sind wieder hier. Wir freuen uns, dass es ihnen immer noch bei uns gefällt.
Damals wie heute ist auch Geld für die Integration nötig. Mit dem Erlös des heutigen Abends wollen wir die Deutschkurse unterstützen, in prekären Situationen finanziell unter die Arme greifen, Freizeitaktivitäten fördern, Ausflüge organisieren, bei der Anmietung von dauerhaftem Wohnraum helfen.
Gestaltet wird der Abend von der Band Bonboniere, dem Entertainer Hans-Peter Arzberger und dem Ebner-Chor, eine Dankeschön an Sie alle und an Weinbau Dirnwöber für die Übernahme des Getränkebuffets.